Ischiasnerv

Ärztin Ischiasnerv

Ärztin Ischiasnerv

Der Ischiasnerv (medizinisch Nervus ischiadicus) ist der mächtigste periphere Nerv des Menschen. Er entspringt dem Lenden-Kreuzbein-Nervengeflecht (Plexus lumbosacralis), das im Bereich des dritten Lendenwirbel (L3) bis zu den ersten drei Kreuzbeinwirbeln (S3) zwischen den Wirbeln aus der Wirbelsäule austritt. Als peripherer Nerv ist er über Verzweigungen für die motorische Versorgung bestimmter Hüft-, Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur verantwortlich. Das heißt, er übermittelt die willentlichen Signale zur Kontraktion oder zur Entspannung bestimmter Muskelpartien, so dass bewusste Bewegungen erfolgen. Es handelt sich um Reizleitungen vom Gehirn zum Muskel. Der Ischias verfügt aber auch über sogenannte sensible Nervenfasern, die sensorische Reize wie Druck, Hitze, Schmerz, Berührungen, etc. im Oberflächenbereich der enervierten Muskeln an das Gehirn melden. Diese Meldungen sind unwillkürlich, also nicht dem Willen unterworfen. Der Ischiasnerv wird benötigt, um die Muskeln, die er enerviert, willentlich bewegen zu können und um sensorische Rückmeldungen, die automatisch (unwillentlich) ablaufen, an das Gehirn weiterzuleiten. So kann das Gehirn evtl. notwendige Maßnahmen einleiten, um z. B. Schäden zu verhindern. Auf seinem Weg vom Plexus lumbosacralis muss der Nerv mehrere Engstellen passieren, die z. B. über Zug- oder Druckbelastung des Nervs zu Behinderungen der Reizweiterleitung in beide Richtungen führen können.

Eine Ischiasnervreizung kann schnell entstehen. Die kleinste Bewegung reicht

Selbst bei einer schnellen ungeschickten Bewegung kann der Ischiasnerv eingeklemmt werden und plötzlich auftretende Schmerzen verursachen. Die typischen Symptome einer Ischiasnervreizung sind heftige Schmerzen im unteren Rücken, im Bereich der Lendenwirbelsäule, die als ziehende Schmerzen bis in das Gesäß und das Bein auftreten können und die Bewegungsfreiheit stark einschränken. WHat der Nerv an der Wurzel eine Reizung bzw. Schädigung erfahren, kann es zusätzlich auch zu Taubheits- und Lähmungserscheinungen entlang des Beins kommen. Mittels Ultraschalluntersuchungen und Röntgenbildaufnahmen kann schnell festgestellt werden, auf welcher Höhe sich ein eingklemmter Nerv befindet und die Ischiasnervreizung entstanden ist.

Wie wird eine Ischiasvervreizung behandelt?

Die Ischiasnerv Behandlung bzw. Therapie umfasst sowohl schmerzstillende Medikamente als auch muskelentspannende Massagen sowie therapeutische Krankengymnastik zur Kräftigung der Rückenmuskulatur und Vermeidung weiterer Bandscheibenvorfälle. Als Soforthilfe gegen die Ischiasbeschwerden werden Kortison und örtlich wirkende Schmerzmittel wie Diclofenac injiziert. Neben der Schmerzreduzierung wirken diese Medikamente muskelentspannend und entzündungshemmend. Bis die Reizung des Ischiasnervs abgeklungen ist, ist Ruhe und Schonung empfehlenswert. Danach wird eine gezielte, regelmäßige Bewegung zur Stärkung der Rückenmuskulatur angestrebt. Im Rahmen der Krankengymnastik und unter Aufsicht eines Physiotherapeuten können spezielle Ischiasnerv Übungen erlernt werden um so die Ischiasnervreizung entgültig abzubauen.

Sind die Wirbelkörper blockiert, kann meist auch ein Chiropraktiker helfen. Bei stark degenerativ veränderten Bandscheiben kommt es häufiger zu Ischiasnervreizungen, so dass nur eine Operation Abhilfe schaffen kann. Das Gleiche gilt bei andauernden Taubheits- und Lähmungserscheinungen bis hin zu neurologischen Ausfällen oder Störungen der inneren Organe wie Blase und Mastdarm.

Ischias-Beschwerden kann man mit regelmäßiger sportlicher Betätigung, Vermeidung von langem und falschem Sitzen sowie gezielter Rückengymnastik und viel laufen vorbeugen.

Wie kann man als Laie eine Ischiasnervreizung diagnostizieren?

Generell sollte man eine Diagnose immer einem ausgebildeten Arzt überlassen, jedoch kann man auf Grund möglicher Ursachen eine Ischiasnervreizung erkennen oder ausschließen. Eine Ischiasnervreizung kann sehr schmerzhaft sein und zu einer ernsthaften Ischiasnerventzündung führen. Es ist also auch für Laien wichtig, diese so sicher wie möglich zu erkennen, um schnell Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Ursachen für eine Ischiasnervreizung

Die Nerven im unteren Rücken treten aus relativ engen Öffnungen aus der Lendenwirbelsäule aus. Gibt es Muskelverkürzungen, so kann es zu einem eingeklemmten Nerv kommen. Ist der Ischiasnerv davon betroffen, so macht sich das durch deutlichen Schmerz, Kribbeln oder Gefühlsstörungen entlang des Beins bemerkbar. Dieser spezielle Nerv kann aber auch an anderen Stellen in eingeklemmter Situation in Bedrängnis kommen. Etwa der Gesäßmuskel kann ihn am oberen Ende des Oberschenkels einklemmen. Das Tückische an Ischias ist allerdings, dass Störungen oft nicht am Punkt ihrer Entstehung auftreten, also dort, wo der Nerv in Mitleidenschaft gezogen ist, sondern viel weiter unten im Bein. So kann sich etwa der Unterschenkel an einer Seite taub anfühlen oder ein unangenehmes Kribbeln oder wattiges Gefühl macht sich im Fuß breit.

Was tun bei Ischias?

Die Naturheilkunde kann bei Ischiasnervreizung helfen, doch sollten Sie zumindest beim ersten Auftreten sicherheitshalber abklären lassen, ob es sich um diese Beeinträchtigung oder um andere Schmerzen – etwa eine Arthrose – handelt. Weil Schmerzen und Gefühlsstörungen an unterschiedlichen Stellen auftreten können, ist es für den Unerfahrenen nicht einfach, Nervenbeschwerden und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates voneinander zu unterscheiden. Die Medizin kann Ihnen hier helfen, solange Sie selbst noch keine große Sicherheit bei der Zuordnung Ihrer Beschwerden gefunden haben. Eine Ischiasnervreizung kann auch im Verlauf des Beines auftreten. Verantwortlich dafür sind die Stellen in der Beinanatomie, an denen der Nerv ähnlich wie beim Austritt aus der Wirbelsäule nicht viel Platz hat. Etwa am Knie oder am Fußgelenk kann es zu einer Verengung kommen.

Therapien bei Ischiasnervreizung

Ganz wichtig ist, dass der Nerv möglichst schnell entlastet wird. Ist es schon zu einer Entzündung gekommen, ist das gar nicht so einfach. Denn das Gewebe um die gereizte Stelle schwillt an und engt den Ischiasnerv noch mehr ein. Die Medizin setzt daher auf entzündungshemmende Mittel. Darüber hinaus ist gezielte Gymnastik hilfreich, die Naturheilkunde kann den Heilungserfolg beschleunigen und unterstützen.