Ab wann ist eine Reha bei Ischiasschmerzen sinnvoll?

Die Reha wird bei Ischiasschmerzen häufig vom Arzt empfohlen

Ischias wird vorrangig in einer Reha behandelt, in rund zehn Prozent aller Fälle ist eine Operation nötig. Darüber hinaus gibt es für die Therapie im Anfangsstadium alternative Mittel, auf die wir weiter unten verweisen.

Diagnose von Ischias

In der Regel beschreiben die von der Neuralgie des Ischias-Nervs oder von einer Ischialgie betroffenen Patienten Rückenschmerzen, die ins Bein ausstrahlen. Beide Erkrankungen nennt der Volksmund “Ischias”, doch sie unterscheiden sich. Die Neuralgie erzeugt „nur“ Schmerzen bei der Dehnung des Ischiasnervs, die zwar erheblich sein können, sich jedoch durch eine Reha und die später vorgestellten alternativen Mittel relativ gut behandeln lassen. Der Ischialgie geht ein Bandscheibenvorfall voraus, der Ischias-Nerv ist ernsthaft geschädigt. Grundsätzlich testet ein Arzt zunächst, inwieweit der Ischiasnerv überhaupt betroffen ist. Dazu führt er den Laségue-Test durch, bei dem der Patient flach in Rückenlage mit gestreckten Beinen liegt, während der Arzt die Beine oder das betroffene Bein anhebt. Dieses Anheben verursacht bei tatsächlich betroffenem Ischiasnerv Schmerzen im Bein und im unteren Rücken. Nach dieser einfachen Grunddiagnose setzen die Ärzte für die weitere Abklärung bildgebende Verfahren ein.

Therapieverfahren bei Ischias

Bei der ärztlichen Behandlung müssen zunächst schmerzstillende Medikamente gegeben werden. Zum Einsatz kommen:

  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Indometacin
  • Felbinac
  • Etofenamat
  • Ketoprofen
  • Naproxen
  • Kortison

Tilidin, Tramadol oder Hydromorphon wendet man als opioide Schmerzmittel bei starken Schmerzen an. Teilweise erhalten die PatientInnen trizyklische Antidepressiva, beispielsweise Amitriptylin. Gegen Muskelverspannungen können Methocarbamol und Tetrazepam helfen. Einige Ärzte spritzen die Wirkstoffe oder lassen Schmerzkatheter mit Lokalanästhetika legen (Procain, Lidocain). Sollte sich der Ischiasnerv bakteriell entzündet haben, kommen Antibiotika zum Einsatz (Penicillin, Doxycyclin).

Was geschieht in der Reha bei Ischiasbeschwerden?

Da die meisten Ischiasbeschwerden durch Fehlhaltungen und die daraus resultierenden Verspannungen verursacht werden, helfen in jedem Fall Wärmeanwendungen wie Fango, Moor und Rotlicht. Massagen und sonstige manuelle Therapien sind ebenfalls indiziert, weshalb die Physiotherapie zu den Standardbehandlungen gehört. Das kann fast nur in einer Reha richtig durchgeführt werden. Der Physiotherapeut stellt zunächst eine schmerzfreie Beweglichkeit für die betroffenen Regionen wieder her. Anschließend muss die Rückenmuskulatur so weit aufgebaut werden, dass der Ischias-Nerv nicht neue unnötige Belastungen oder Einengungen erfährt. Hierzu dient eine Rückenschule, die gleichzeitig diejenigen rückenfreundlichen Bewegungsabläufe vermittelt, durch die sich neue Ischias-Beschwerden vermeiden lassen. Unter den alternativen Heilmethoden haben sich nach Patientenaussagen die Akupunktur und die Osteopathie bewährt, obgleich hierfür bislang wissenschaftliche fundierte Belege fehlen.

Antrag auf eine Reha

Viele Betroffene würden gern schon dann die Einweisung in eine Rehabilitationseinrichtung beantragen, wenn der Ischiasnerv zum ersten Mal zwickt. Doch solche Anträge werden regelmäßig abgewiesen, es müssen schwerwiegendere Symptome vorliegen. Die Anträge gehen an den Rententräger und die Krankenkasse. Diese bewilligen die Rehabilitation erst bei chronischen Schmerzen, die sich nach ärztlicher Diagnose noch ohne Operation wirkungsvoll verbessern lassen. Darüber hinaus müssen die ambulanten Anwendungen ausgeschöpft worden sein. Die Patienten müssen den Orthopäden aufgesucht und an der Krankengymnastik teilgenommen haben, möglicherweise gab es auch schon eine medikamentöse Schmerztherapie oder eine Akupunktur. Das sind die medizinischen Aspekte einer Rehabilitation, zu denen die finanziellen aus Sicht des Rententrägers kommen. Die Idee hinter Reha-Maßnahmen ist stets, die Arbeitskraft wieder herstellen zu können. Berufstätige (Angestellte und Selbstständige gleichermaßen) haben daher größere Chancen, dass der stationäre Aufenthalt bewilligt wird.

Der Antrag geht an den Rententräger, der Arzt hilft beim Ausfüllen. Für die Reha ist eine Zuzahlung nötig, welche die Krankenkasse bestätigen muss. Die meisten Versicherten müssen zudem eine Zuzahlung von zehn Euro täglich leisten. Das hängt von ihren Monatseinkünften ab (ab 1.200 Euro netto sind zehn Euro fällig, darunter sinken die Kosten leicht, unter 1.107 Euro entfällt die Zuzahlung), auch sind private Zusatzversicherungen möglich, welche solche Kosten übernehmen. Chronisch erkrankte Patienten profitieren als gesetzlich Versicherte von der Belastungsgrenze. Gesetzlich Versicherte können theoretisch einmal in vier Jahren eine Reha in Anspruch nehmen.

Stationäre versus ambulante Behandlung

Die stationäre Rehabilitation ist nicht der einzige Weg, Ischiasschmerzen zu behandeln. Sie kann auch ambulant durchgeführt werden. Für die Ischiasnervreizung ist zudem die Behandlung der Grunderkrankung wichtig, für die bei leichten Symptomen manchmal schon ein Stufenbett zur entlastenden Lagerung, Wärmeanwendungen, Massagen und leichte Krankengymnastik genügen können. Wenn es zu stationären Rehabilitation geht und der Patient privat mit hoher Selbstbeteiligung versichert ist, muss er mit Kosten von einigen Tausend Euro rechnen. Diese Kosten kommuniziert kein Rehazentrum, weil der Fall selten ist. Sie unterscheiden sich zudem zwischen den einzelnen Einrichtungen. Gesetzlich Versicherte sind im Vorteil, wenn sie in einer guten Krankenkasse sind. Einige Kassen übernehmen wegen möglicher Folgeschäden nach Ischias-Erkrankungen wenigstens teilweise die Kosten für die rehabilitative (nachsorgende) Rückenschule. Diese verbessert die Aufmerksamkeit der Patienten gegenüber ihren Bewegungen und wird in Kleingruppen durchgeführt. Anbieter sind Physiotherapeuten und krankengymnastische Praxen.

Alternativen zur Reha

Eine Alternative zur Reha sind zum Beispiel Gesundheitsartikel, die bei Ischiasschmerzen helfen, wie man diese z.B. unter www.myreha.com findet. Es handelt sich hierbei unter anderem um Rückenbandagen und Orthesen, welche vielen Beschwerden vorbeugen, den Rücken stabilisieren und nach Verletzungen oder einer Ischiaserkrankung zur Rehabilitation beitragen. Die dort vorgestellten Rückenbandagen wurden speziell für einen schmerzenden Rückenteil entwickelt. Sie entlasten differenziert verschiedene Bereiche wie die Lendenwirbelsäule, das Becken, den Lumbalbereich und weitere Areale. Ebenfalls im Angebot sind Bandagen für den Hüftschutz. Hüft- und Rückenschmerzen sowie Ischiasbeschwerden gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die zur Invalidität führen können, denen sich aber mit bestimmten Hilfsmitteln vorbeugen lässt.

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