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Diese Tipps helfen bei Ischiasschmerzen

Behandlung mit Elektroden

Was bei Ischiasschmerzen wirklich hilft

Wir sitzen viel zu viel. Es beginnt schon auf dem Weg zur Arbeit, da sitzen wir in Bus, Bahn oder Auto, dann sitzen wir acht Stunden auf unserem Bürostuhl und am Abend sitzen wir schon wieder vor dem Fernseher. Aber das mag unser Rücken nicht, denn seine Muskeln, Bandscheiben und Bänder möchten sich so gern bewegen. Kriegt der Rücken nicht, was er wirklich braucht, macht er sich bemerkbar mit zum Teil unerträglichen Schmerzen. Ihr Zentrum befindet sich dabei nicht immer im Rücken. Wenn man noch Glück hat, sind es nur ein paar „Ameisen“, die ständig das Bein hoch und runter „kribbeln“. Weitaus schlimmer ist jener „elektrische Schlag“, der plötzlich ins Gesäß schießt. Dann zieht sich ein böser Schmerz über den Po und einen oder beide Oberschenkel hinunter bis in die Zehen, typisch Ischias.

Ursache der Ischiasschmerzen

Es geht um den längsten Nerv in unserem Körper, den „nervus ischiadicus“. Er startet ungefähr auf Hüfthöhe, wo er fast so dick ist wie der kleine Finger. Von dort aus verläuft das Nervenbündel in ständigen, weiteren Aufteilungen bis hinunter in die Fußsohle, um schließlich in der kleinen Zehe ganz dünn zu enden. Sein Sinn besteht darin, die Muskeln entlang seiner Bahn zu steuern und auch sensorische Empfindungen wie Schmerz, Kälte, Wärme und Druck an das zentrale Rechenzentrum unter der Schädeldecke weiterzuleiten. Wenn dieser große Nerv ­­(einseitig) gereizt ist, verursacht dies folgerichtig ziehende Schmerzen im Gesäß und oft auch im gesamten Bein.

Manchmal beginnen diese Schmerzen auch eher schleichend, aber häufig sind sie ganz plötzlich da, als wäre man von einer bösen Hexe angeschossen worden. Das passiert dann völlig unverhofft bei einer ganz normalen Bewegung wie Schuhe zubinden, in die Pedale treten an der Steigung oder beim Anheben der Einkaufstasche in den Kofferraum. In solchen Momenten können sich Muskeln blitzartig verspannen und dadurch ein Wir­­bel­gelenk total blockieren.

Mit diesen Sofortmaßnahmen erreichen Sie eine erste Schmerzlinderung

  • Schmerzmittel, die auch gegen Entzündungen wirken, sind durchaus sinnvoll. Paracetamol oder Ibuprofen können die Intensität der Schmerzen etwas dämpfen, wodurch wieder eine moderate Bewegungsfähigkeit erreicht werden kann. Allerdings ergab eine Studie aus dem Jahr 2014, dass die totale Beschwerdefreiheit durch die Einnahme von Paracetamol nicht signifikant früher erreicht werden konnte.
  • Wärme wirkt schmerzlindernd, egal, ob man es sich noch zutraut, sich in eine sehr warme Badewanne zu setzten, oder nur ein Heizkissen bemüht. Schlussendlich geht es bei jeder Wärmetherapie um die Verbesserung der Durchblutung.
  • Gymnastische Übungen können akute Schmerzen reduzieren. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich sogar täglich Aushängen. Diese Art der Dehnung entlastet die Wirbelsäule und stärkt ganz nebenbei die Armkraft. Optimal ist die stabile Anbringung einer Reckstange, man kann sich aber auch zwischen zwei Tischen auf seinen Armen aufstützen und so den Körper hängen lassen. Die Stufenlagerung empfinden viele Betroffene als wohltuende Position. Dabei liegt man auf festem Untergrund gerade auf dem Rücken. Während die Unterschenkel zum Beispiel auf einem gepolsterten Stuhl aufliegen, stehen die Oberschenkel fast senkrecht nach oben. Auf diese Weise wird der Ischiasnerv entspannt und im Bereich seiner Wurzel entsteht etwas mehr Raum. Die Kutscherstellung entspannt gereizte Rückennerven. Dazu sitzt man einfach mit deutlich gespreizten Beinen auf einem Stuhl und beugt den Oberkörper leicht nach vorne, sodass man die Ellbogen bequem auf die Knie aufstützen kann. Arme und Hände darf man locker zwischen die Beine fallen lassen und der Kopf sinkt müde nach vorne, was die Wirbelsäule ebenfalls etwas dehnt.

Mittelfristige Maßnahmen

TENS-Gerät im Einsatz

TENS-Gerät im Einsatz

Wer seinen Ischiasnerv nicht zum ersten Mal gespürt hat, ist gut beraten, einen Experten für manuelle Therapie zu konsultieren. Ein wichtiger Teil seiner Ausbildung beschäftigt sich mit der Lösung von Blockierungen. Um schnell wieder die volle Bewegungsfreiheit erreichen zu können, ist Bettruhe genau der fal­­sche Weg. Um einen kurzfristigen Schongang kommt man schon wegen der starken Schmerzen nicht herum. Aber so bald wie möglich sollte man zumindest versuchen, sich wieder zu bewegen. Gehen ist immer besser als langes Stehen, Sitzen oder Liegen.

Der Einsatz von TENS-Geräten haben wir in einen ausführlichen Bericht unter die Lupe genommen.
Der Strom löst Gegenreize aus, die dafür sorgen, dass die eigentlichen Schmerz-Impulse nur in geringerer Intensität im Gehirn oder Rückenmark ankommen.

Ein TENS-Geräte von Sanpura.de beispielsweise kostet in der günstigsten Variante 14,99€ und hilft oft bei akuten Schmerzen.

Die Ursachen der Ischiasschmerzen bekämpfen

Wie in der Einführung erwähnt, ist einer der Hauptgründe für die Ischiasschmerzen im zu langen ­­Sitzen zu suchen. Durch die ständige gekrümmte Haltung neigen die Muskeln dazu, sich zu verkürzen. Es spricht doch nichts dagegen, jede halbe Stunde mal von seinem Bürostuhl aufzustehen: einen Kaffee holen, das Postfach prüfen oder das Fenster öffnen.

Ist der Ischiasnerv erst einmal angeschlagen, meldet er sich gern öfter zu Wort. Um dies zu verhindern, müssen wir uns jeden Tag so viel wie möglich bewegen. Die Stärkung der Rückenmuskulatur bei gleichzeitiger Schonung der Gelenke erreichen wir zum Beispiel durch regelmäßiges Schwimmen. Unter dem Stichwort Rückengymnastik finden wir im Internet viele wertvolle Hinweise auf die verschiedensten Übungen, von denen uns einige gar nicht schwerfallen werden, die wir gerne in unser Tagesprogramm aufnehmen möchten.

 

 

Bildquelle: bigstock-ID-100769486-by-Kattitude

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