Die homöopathische Begleittherapie bei Ischiasbeschwerden

Homöopathische Mittel als Begleittherapie

Der Ischias ist der größte Nerv im menschlichen Körper und als solcher anfällig für gesundheitliche Probleme. Er gliedert sich in eine Reihe weitverzweigter Nervenfasern, die je nach Lage unterschiedlichen Segmenten des Körpers zugeordnet werden. Bei Ischiasbeschwerden handelt es sich um Schmerzen, welche über den unteren Rücken und das Gesäß bis in das Bein ausstrahlen. In einigen Fällen reichen sie sogar bis an den Fußrand. Dabei ist meist nur eine Körperseite betroffen. Zu den häufigsten Ursachen für dieses Leiden zählt ein Bandscheibenvorfall. Auch eine Entzündung kann den Beschwerden zugrunde liegen. Obgleich homöopathische Mittel ernsthafte Schädigungen nicht zu beheben vermögen und kein alleiniges Behandlungsmittel sind, so können sie doch einen wertvollen Beitrag zur Therapie leisten. Dies gilt insbesondere bei chronischen Erkrankungen, in deren Fokus die Linderung der schmerzhaften Symptome steht.

Die homöopathischen Mittel zur Linderung von Ischiasleiden

Ischiasschmerzen sind ein Symptom und kein eigenes Krankheitsbild, welches in Fachkreisen auch als Ischialgie bezeichnet wird. Diese tritt infolge einer Reizung beziehungsweise Schädigung des Ischiasnervs auf. Betroffene können die auftretenden Beschwerden leicht mit einem Hexenschuss (Lumbago) verwechseln. Im Gegensatz zur Ischialgie ist dieser aber nur auf Schmerzen in der Rückenregion beschränkt. Die beiden unterschiedlichen Symptome können allerdings auch zeitgleich auftreten, was fachlich als Lumboischialgie bezeichnet wird. Die Behandlung von (chronischen) Beschwerden erfolgt mithilfe eines sogenannten Konstitutionsmittels, das auf die tiefer liegenden Krankheitsursachen Einfluss nimmt. Diese bauen sich bei einem Ischiasleiden über längere Zeit auf und die mit Schmerzen verbundenen Symptome machen sich erst infolgedessen bemerkbar. Homöopathische Mittel können zum einen oral eingenommen werden, zum anderen der äußeren Anwendung dienen. Präparate zur Einnahme gibt es in Form von Tropfen, Tabletten und Globuli (kleine Kügelchen). Zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln, die auch bei Ischialgie Verwendung finden, zählen die sogenannten Schüßler-Salze. Es gibt sie in unterschiedlichen Darreichungsformen, die jeweils zur inneren oder äußeren Anwendung genutzt werden können. So lassen sie sich beispielsweise als Bestandteil einer Wärmetherapie in Form von Bädern verabreichen.

Zu den bekanntesten homöopathischen Arzneimitteln bei Ischias-Beschwerden und deren Begleiterscheinungen gehören:

  • Arnika
  • Aconitum (Eisenhut)
  • Belladonna
  • Colocynthis
  • Magnesium phosphoricum
  • Rhus toxicodendron (Giftsumach)
  • Lycopodium (Bärlappe)
  • Rügener Heilkreide (Anmerkung: Als Kreidebad mit einer Wassertemperatur von 38-40 Grad.)

Die Anwendung homöopathischer Mittel muss sich genau an den auftretenden Beschwerden orientieren. Dazu gilt es die Art des Schmerzes und die Häufigkeit, Intensität und Auswirkungen seines Auftretens zu lokalisieren.

  • Tritt beispielsweise eine Verbesserung oder Verschlechterung während der Nacht ein?
  • Wie wirken sich Bewegung, Schonung und Wärme auf die Ischialgie aus?
  • Gehen mit dem Schmerz Taubheitsgefühle oder andere Auswirkungen einher?
  • An welcher Stelle äußern sich die Symptome besonders intensiv?

Diese Fragen verdeutlichen die Komplexität von Ischiasbeschwerden und der möglichen homöopathischen Behandlung.
Wie auch in der konventionellen Medizin sollte die Einnahme dieser Mittel nur nach Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen erfolgen. Auch hier ist eine genaue Diagnose notwendig. Es sollte keine Eigenbehandlungen auf der Grundlage von Selbstdiagnosen erfolgen. Die fachliche Einschätzung kann auf diesem Weg nicht ersetzt werden. Sollten mit den Schmerzen durchgehend Taubheitsgefühle auftreten, ist unbedingt ärztliche Hilfe erforderlich, da die Gefahr einer dauerhaften Nervenschädigung besteht. Grundsätzlich besteht ein wesentlicher Unterschied, ob der Ischiasnerv direkt betroffen ist oder die Ischiasschmerzen eine Folge anderer Ursachen sind. Neben den körperlichen Beschwerden sind die psychischen Ursachen und Auswirkungen wie Stress, die die Ischiasbeschwerden begleiten, nicht außer Acht zu lassen. Sie bedürfen ebenso einer Behandlung wie die physischen Symptome. In der Homöopathie wird darauf stets ein besonderes Augenmerk gelegt. Hier gilt es vor allem auch, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Die Vorteile homöopathischer Mittel und wann sie ratsam sind

Homöopathische Mittel sollten in Kombination angewendet werden, zum Beispiel mit einer begleitenden Wärmetherapie, da Wärme z.B. dabei hilft die betroffenen Regionen zu entspannen und dadurch die Schmerzen zusätzlich gelindert werden können. Auch Massagen und schonende Bewegung wie beispielsweise leichtes Rückentraining wirken unterstützend. Als begleitende Therapie ist auch Akkupunktur denkbar. Da homöopathische Mittel auf rein pflanzlicher Basis hergestellt werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Medikamentenunverträglichkeit ausgeschlossen. Selbstverständlich kann es aber auch bei homöopathischen Mitteln zu allergischen Reaktionen kommen. Die dringlichsten Aufgaben der Homöopathie bei Ischiasbeschwerden sind es die Schmerzen zu lindern und nach Möglichkeit einen operativen Eingriff zu umgehen. Eine homöopathische Therapie hat immer den Anspruch, den Auslösern der Ischialgie auf den Grund zu gehen und nicht nur die Symptome zu bekämpfen. Eine homöopathische Diagnose ist in Abhängigkeit zu den Patienten sehr individuell ausgeprägt. Dies unterscheidet sie von einer konventionellen medizinischen Diagnose und kann einen Vorteil bei der Behandlung darstellen.

Die Eignung für langfristige Schmerztherapie

Homöopathie ist eine sinnvolle Erweiterung bei der Behandlung chronischer Beschwerden. Die zur Verfügung stehenden Mittel dienen in erster Linie der Schmerzlinderung und fördern das Gleichgewicht des Körpers. Außerdem helfen sie dabei, den tiefer liegenden Ursachen der Beschwerden auf den Grund zu gehen. Ein Erfolg ist dann abzuzeichnen, wenn eine Reduzierung der herkömmlichen Schmerzmittel möglich ist, da ein dauerhafter Einsatz von starken Schmerzmitteln den Körper zusätzlich belasten kann. Bei guter Verträglichkeit ist die Einnahme homöopathischer Mittel unbedenklich. Bei schwerwiegenden Symptomen wie dem Ischias sollten sie jedoch nicht als einzige Hilfsmaßnahme eingesetzt werden. Ärzte, die sich auf den Einsatz von Homöopathie spezialisiert haben, können beratend zur Seite stehen und eine individuelle sowie ganzheitliche Behandlung mittels homöopathischer Mittel sicherstellen.

 

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