Ischiasnerven und Depressionen – Zusammenhänge erkenne und vermeiden

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Depressionen sind in der heutigen Zeit ein Volksleiden und werden auch „Krankheit der tausend Gesichter“ genannt, da sie sich in ganz unterschiedlichen Symptomen ausdrücken können. Was man zunächst kaum vermutet – auch der Ischiasnerv kann im Zusammenhang mit depressiven Störungen starke Beschwerden verursachen.

Depressionen und der Ischiasnerv

Der Ischiasnerv ist der längste Nerv ds menschlichen Körpers und führt von der Wirbelsäule über das Gesäß und die Beine bis in die Füße. Wird er bedrängt oder gar gequetscht, können unerträgliche Schmerzen die Folge sein. Diese strahlen oft vom Gesäß über die Rückseiten der Knie und Waden bis in die Fußsohlen und können die Betroffen vollkommen außer Gefecht setzen. Auch Gefühlsstörungen, Taubheit und Lähmungen können auftreten und starke Einschränkungen der Lebensqualität verursachen.
Depressionen suchen sich gerne eine Maske aus körperlichen Beschwerden, diese können von Kopfschmerzen und Schwindel über Verdauungsbeschwerden bis hin zu Schmerzen und Lähmungen reichen, denn die Psyche ist untrennbar mit dem Körper verbunden. Wenn man diese Zusammenhänge kennt und in den Fokus nimmt, lässt sich in vielen Fällen eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielen, mit etwas Glück verschwinden diese sogar ganz.

Zusammenhänge erkennen

Verletzungen des Ischiasnervs können durch unterschiedliche Ursachen entstehen, etwa durch Bandscheibenvorfälle, Sportunfälle oder auch bei operativen Eingriffen. In vielen Fällen kommt es zu einer Erholung des Nervs, wenn dieser nicht zu stark beschädigt wurde. Diese dauert jedoch in der Regel mehrere Monate, da sich Nerven nur sehr langsam regenieren können.
Besonders wenn starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bis hin zu Lähmungen auftreten, kommt es im Verlauf auch oft zu Depressionen bei den Betroffenen. Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Traurigkeit und Ängste sind nur ein paar der dabei auftretenden Symptome. Oft ziehen sich diese Menschen immer mehr zurück, empfinden keine Freude mehr an sonst gerne durchgeführten Aktivitäten und verändern sich auch in ihrer Persönlichkeit.

„Sich selbst nicht mehr wiedererkennen“ – so beschreiben Betroffene ihren Zustand bei Depressionen, denn alles fällt schwer, manchmal sogar das Aufstehen am Morgen.
Der eigentliche Zusammenhang zwischen Ischiasnervverletzungen und Depressionen besteht darin, dass die Beschwerden bei den Betroffenen so sehr in den Mittelpunkt ihrer Wahrnehmung rücken, dass alles andere daneben unwichtig wird. Bei starken Schmerzen, vor allem wenn auch potente Schmerzmittel nur wenig Linderung bringen, besteht für Depressionen die größte Gefahr.

Zusammenhänge mit Folgen

Die Schmerzen beherrschen nach und nach das ganze Leben, was soweit führen kann, dass die Betroffen arbeitsunfähig werden und sich kaum noch aus dem Haus bewegen. Auch eine Suizidgefährdung kann auftreten, wenn die Beschwerden dazu führen, dass man keine Perspektive mehr für das eigene Leben sieht. In einem solchen Fall ist eine rasche professionelle Behandlung besonders wichtig. Antidepressive Medikamente können eine kurzfristige Lösung darstellen und sind auch oft sehr wirksam, doch sie beheben auf Dauer nicht die Ursache der Depressionen und sollten nicht die einzige Therapie darstellen.
Vielmehr geht es darum, beim Zusammenhang zwischen der Verletzung oder den Beschwerden des Ischiasnervs anzusetzen und auf diese Weise auch die depressive Störung mit zu behandeln. Da Schmerzen und Beschwerden in den meisten Fällen auch zu starken Verspannungen der Muskeln und einseitigen Körperhaltungen führen, kommt es oft zu einer Art selbstverstärkendem Teufelskreis: Ischiasnervbeschwerden und Schmerzen verursachen Verspannungen, und dieser führen wiederum auch selbst zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Lösungen durchbrechen den Teufelskreis

Auch das so genannte Schmerzgedächtnis spielt eine wesentliche Rolle beim Auftrene von Depressionen im Zusammenhang mit Ischiasbeschwerden. Denn der Körper entwickelt eine Art Gedächtnis, wenn Schmerzen über einen längere Zeit konstant vorhanden sind und nicht effektiv behandelt werden. Es kann dann passieren, dass man immer noch Schmerzen empfindet, obwohl die körperliche Ursache eigentlich nicht mehr vorhanden ist.
Um die eigene Wahrnehmung der Schmerzen und Missempfindungen bewusst zu beeinflussen, eignen sich bestimmte Meditations- und Entspannungstechniken hervorragend. Diese führen bei richtiger Durchführung zu einer tiefen Entspannung der Muskulatur und auch zu einer Beruhigung des Geistes. Meditation verändert die Gehirnaktivitäten und wirkt nachgewiesenermaßen auch bei Depressionen.
MBSR (Mindful Based Stress Reduction) und andere Programme, mit denen sich die eigene Wahrnehmung gezielt schulen und das Stressempfinden verändern lassen sind nur einige Beispiele zahlreicher Techniken und Praxisanwendungen. Dabei ist eine professionelle Anleitung sehr wichtig, zudem sollte man regelmäßig und möglichst oft praktizieren, denn der Erfolg stellt sich erst nach einer gewissen Zeit langsam ein. Auch wenn die Beschwerden nicht plötzlich über Nacht verschwinden, werden sie dennoch als weniger belastend und einschränkend empfunden, was der erste Schritt raus aus einem depressiven Zustand ist.

Bewegung als Schlüssel zur Heilung

Neben der regelmäßigen Anwendung von Entspannungs- und Meditationstechniken stehen auch die Vermeidung von Stress sowie möglichst viel Bewegung als weitere Säulen im Mittelpunkt, vor allem wenn es um die Vermeidung des Zusammenhangs Ischiasnervbeschweden – Depressionen geht. Ein gestresster Körper reagiert mit Anspannung, und auch Symptome wie Herzrasen oder Schlafstörungen können vorkommen, erste Alarmzeichen auch bei einer depressiven Störung. Zudem können Verspannungen zu einer Bedrängung des Ischiasnervs führen, so dass es zu Beschwerden kommen kann.
Bewegung stärkt die Muskulatur und wirkt antidepressiv, so dass diese allgemein als sehr effektives Mittel der Vorbeugung angesehen wird. Ideal sind dabei gelenkschonende Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen oder auch Radfahren. Hier kommt es dann auch wieder auf die Regelmäßigkeit an.
Weitere Möglichkeiten der Vorbeugung und auch Therapie finden sich im Bereich der Akkupunktur, die bei Ischiasbeschwerden sehr erfolgreich zu Einsatz kommt und auch gegen depressive Störungen als wirksam angesehen wird. Osteopathie und therapeutische Gespräche können noch zusätzlich dazu beitragen, dass Körper und Seele wieder in ein Gleichgewicht finden.

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