Morbus Scheuermann Syndrom

Physiotherapie

Morbus Scheuermann oder auch Scheuermann-Krankheit, ist eine nach dem dänischen Arzt Holger W. Scheuermann benannte Wachstumsstörung an der Wirbelsäule. Die Erkrankung tritt bei Jugendlichen im Alter von etwa 12 bis 15 Jahren auf und führt zu einer Krümmung der Brustwirbelsäule und damit zu einem stark ausgeprägten Rundrücken. Jungen sind doppelt so häufig davon betroffen wie Mädchen.

Ursachen

Die genauen Ursachen von Morbus Scheuermann sind noch nicht erforscht. Man geht davon aus, dass einerseits die hormonellen Veränderungen im jugendlichen Körper am Entstehen der Krankheit beteiligt sind. Andererseits vermutet man genetische Ursachen. Auch Haltungsfehler können das Entstehen von Morbus Scheuermann begünstigen. Typisch ist die leicht gebückte Körperhaltung von Jugendlichen, die in der Pubertät einen enormen Wachstumsschub erfahren haben. Sie können mit ihrer plötzlichen Größe nicht umgehen und versuchen sie unbewusst zu verbergen, indem sie den Kopf nach vorne einziehen und einen Rundrücken bilden. Durch die gebeugte Haltung wird ein ungleichmäßiges Wachstum im Brustwirbelbereich begünstigt. Bei Morbus Scheuermann wächst die vordere Kante der Wirbelkörper langsamer als die hintere. Dies führt zu einer Keilform der Wirbelkörper und somit zu einer übermäßigen Krümmung der Wirbelsäule.

Symptome

Die Symptome bei Morbus Scheuermann sind Verspannungen, Rückenschmerzen, Beschwerden an den Bandscheiben und Bewegungseinschränkungen. Im Jugendalter treten diese Anzeichen jedoch nur bei etwa 20% der Betroffenen auf. Erst im Erwachsenenalter, wenn die Muskeln durch die gekrümmte Wirbelsäule schon länger falsch belastet wurden und verspannt sind, treten die Schmerzen auf. Häufig bildet sich ein Hohlkreuz aus, was zu Beschwerden in der Lendenwirbelsäule führt.

Diagnose

Zunächst ist es die Körperhaltung, die Morbus Scheuermann vermuten lässt. Mit einer Röntgenuntersuchung wird die Fehlstellung der Wirbelsäule, insbesondere der Brustwirbelsäule, sichtbar. Ein Röntgenbild zeigt die Keilform der Wirbelkörper sowie die sogenannten Schmorlknoten. Dies sind erbsengroße Knorpelknötchen die bei Morbus Scheuermann an den Wirbelkörpern entstehen.

Therapie

Wird die Erkrankung rechtzeitig, das heißt noch während des Wachstums im Jugendalter, entdeckt, so kann der weitere Verlauf sehr günstig durch Physiotherapie beeinflusst werden. Im besten Fall wird dadurch das Fortschreiten der Verformung gestoppt. Bei besonders ausgeprägter Fehlstellung kann das Tragen eines Korsetts hilfreich sein. Weiterhin empfiehlt sich ein Training zur Stärkung der Rücken- und Rumpfmuskulatur mit gezielten Kraftübungen. Besonders Schwimmen wirkt lindernd auf die Beschwerden von Mobus Scheuermann.

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