Operationen am Rücken – wann werden sie nötig?

a real brain surgery, two surgeons at work

Rückenbeschwerden haben sich in den letzten Jahrzehnten mit zur Volkskrankheit Nummer 1 herausgemausert. Zahllose Zeitgenossen zwickt der Ischiasnerv und oft wird vorschnell zu einer Operation geraten. Selbstverständlich nicht nur der Ischiasnerv, sondern unzählige andere Rückenprobleme bereiten zunehmend vielen Bürgern große Probleme und Schmerzen. Geschuldet ist diese Tatsache überwiegend mangelnder Bewegung, ungesunden Sitzpositionen und im Ergebnis dann quälenden und unerträglichen Rückenschmerzen. Selbstverständlich leiden manche Patienten unter angeborenen Fehlstellungen der Wirbelsäule, Skoliosen und Kyphosen führen dann zu unnatürlichen Verdrehungen des gesamten Rückgrats und so wird dann zumeist eine Wirbelsäulenoperation unumgänglich. Was aber, wenn „nur“ Ischias Beschwerden die Ursache für eine OP werden sollen. Genügt diese Diagnose alleine schon, um einen massiven Eingriff an den Rücken der Patienten zu rechtfertigen? Wie lange schon sollten die Beschwerden mindestens aufgetreten sein und wie stark muss der Leidensdruck sein, um eine Rücken-OP zu rechtfertigen? Diese Fragen werden äußerst kontrovers diskutiert und viele sind ganz einfach der Meinung, dass zu schnell und zu häufig am Rücken operiert wird.

Bandscheibenvorfall immer eine Diagnose für den Knochen-Doc?

So werden viele Leidensgenossen oft über Jahre hinweg von Bandscheibenbeschwerden geplagt, die wie aus heiterem Himmel, vielleicht nach einer ungeschickten Drehung, auftreten. Die landläufige Redewendung lässt eine solche Schmerzsymptomatik oft als „Hexenschuss“ definieren. Diese Bezeichnung ist in vielen Fällen exakt die richtige Beschreibung, denn wie der Blitz schießt ein stechender Schmerz in den Rücken und lässt den Betroffenen oft sogar in gebeugter Stellung verharren, ohne dass dieser seinen Rücken wieder gerade biegen kann. Ursache für diesen schlimmen Schmerz ist in den meisten Fällen ein eingeklemmter oder massiv gereizter Ischiasnerv. Verursacht vielleicht durch einen Bandscheibenvorfall, welcher die Bandscheibe aus ihrem Faserring austreten lässt und so in den Wirbelkanal hineinragt. Hierdurch werden Nerven gereizt, der größte Nerv im menschlichen Körper, der Ichiasnerv, wird unter Umständen durch eine extreme Muskelverspannung tangiert, bedrängt oder sogar ganz eingeklemmt. So erfährt der Patient dann einen oft unerträglichen Schmerz! Ist dies nun aber gleich der Grund um den Rücken aufzuschneiden, den Patienten einer zumeist massiven operativen Belastung auszusetzen? Nun, hier scheiden sich die Geister erheblich, oft kann der Schmerzproblematik nämlich alleine schon durch gezielte Rückengymnastik, Bewegungstherapie und beispielsweise medikamentöser Infiltrationen in die Nervenkanäle beigekommen werden. Rät ein Orthopäde oder Neurochirurg dennoch zur OP, dann sollte in jedem Fall eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt werden.

Ausfallerscheinungen und Lähmungen auf jeden Fall Operationsindikation

Anders verhält es sich bei Patienten die bereits von Ausfallerscheinungen oder sogar Lähmungen der Gliedmaßen betroffen sind. Hier wird dann in den allermeisten Fällen sofort eine Operation zwingend notwendig. Denn dies lässt darauf schließen, dass Nerven bereits dermaßen eingeklemmt und entzündet sind, dass ohne OP und eine damit zu erreichende Nervenentlastung der Patient dauerhaft und irreversibel in seinen Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt bleiben würde. Somit bleibt festzuhalten, dass Rückenbeschwerden in ihrer Ursache und Vielfältigkeit stets auch verschiedene Behandlungsmethoden erfordern. Die Operation kann, muss aber in vielen Fällen nicht die alleine selig machende Lösung bedeuten. Vorbeugen können Zeitgenossen, indem sie ihre Rückenmuskulatur stärken und so dem gesamten Rücken, also auch der Wirbelsäule, den notwendigen Halt und die Festigkeit verleihen. Wenn operiert wird sollte zuvor auf jeden Fall eine ärztliche Zweit-oder sogar Drittmeinung eingeholt werden. Bei Lähmungen und Ausfallerscheinungen wird allerdings zumeist eine sofortige OP erforderlich!

Ein Kommentar

  1. Christina.Christoff sagt:

    Ich habe unerträgliche Rückenschmerzen, die auch auf das re. Knie bis zu den Schenkeln abwechselnd auftreten. Im re. Knie habe ich eine Voll-Prothese…

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