Physiotherapie

die Physiotherapie hilft viele Leiden zu mindern

Unter dem Begriff „Physiotherapie“ verbergen sich eine ganze Reihe von unterschiedlichen manuellen Behandlungsformen. Physiotherapeuten müssen eine umfangreiche Ausbildung absolvieren, bevor sie Patienten therapieren dürfen. Bei Schmerzen und Einschränkungen im Bewegungsapparat und nach Unfällen oder Operationen können Bewegungstherapien und physikalische Maßnahmen helfen, um wieder fit zu werden.

Klassische und alternative Physiotherapie

Zu den physikalischen Anwendungen gehören beispielsweise Wärme- und Kältetherapien. Einen Großteil der Behandlungsmethoden bilden jedoch die manuellen Therapien wie:

  • Massagen
  • Krankengymnastik
  • Wirbelsäulenbehandlungen

Chronische Schmerzen durch Überlastungen

Heute leiden extrem viele Menschen an chronischen Rückenschmerzen. Fast jeder von uns hat bereits einmal einen „Hexenschuss“ erlebt. Die heftigen akuten Schmerzen verschwinden meist nach einigen Tagen durch Wärmeanwendungen und Ruhe. Doch anders sieht es aus bei chronischen Beschwerden im Wirbelsäulenbereich. Schmerzen in der Lendenregion und an den Brust- oder Halswirbeln werden durch unsere hauptsächlich sitzende Lebensweise, allgemeinen Bewegungsmangel und Fehlhaltungen unterstützt. Muskeln, Sehnen und Bänder, die die Wirbelsäule stützen sollen, verspannen und verkrampfen sich. Wirbel können durch minimale Verschiebungen dauerhaft Schmerzen verursachen. Aber auch einseitige Überlastungen führen zu Problemen im Bewegungsapparat. So kann die häufige Benutzung des Handys zu chronischen Nackenschmerzen führen. Orthopäden warnen bereits vor einem neu entstandenen Krankheitsbild. Der nach unten auf den Mini-Bildschirm des Mobiltelefons gerichtete Blick überlastet die Nackenmuskulatur und verursacht den sogenannten „Handy-Nacken„. Aber auch das Sitzen vor dem Rechner während der Arbeit und in der Freizeit sorgt für schmerzhafte Überlastung und Verspannungen.

Entspannung und Schmerzlinderung durch ein „Knacken“ in den Gelenken

Ob im Rücken, in der Schulter, im Nacken oder im Knie – wer unter Schmerzen in den Gelenken leidet, versucht oft, sich mit vorsichtigen Dehnungsübungen Linderung zu verschaffen. Mitunter kommt es dabei zu einem hörbaren Knacken in den Gelenken und die Beschwerden werden besser. Auch in der Physiotherapie kommt es bei den manuellen Behandlungen zu diesem befreienden Knacken in dem schmerzenden Gelenk. Geräuschvoll können verschobene Wirbelgelenke regelrecht wieder „einrasten“. Durch die Medien wurde der „Knochenbrecher“ Tamme Hanken sehr bekannt. Der alternative Heilkundler behandelt in erster Linie Pferde, bei Bedarf aber auch Menschen, die unter schmerzenden Gelenken leiden. Tamme Hanken praktiziert physiotherapeutisch. Er wendet chiropraktische Griffe an, die die Gelenke mit einem hörbaren Knacken in die richtige Position befördern. Er zieht Gelenke auseinander oder drückt kräftig an bestimmten Stellen. Im Fernsehen zeigen sich seine Patienten sehr zufrieden mit Tamme Hankens Physiotherapie. Doch ob die tierischen und menschlichen Patienten von Tamme Hanken durch eine einzige Behandlung der Gelenke tatsächlich auf längere Sicht schmerzfrei bleiben, wird in den Reportagen über den ostfriesischen Knochenbrecher und Pferdeflüsterer nicht gezeigt.

In der Physiotherapie gibt es tatsächlich Einzelfälle, bei denen eine manuelle Behandlung ausreicht, um den Patienten dauerhaft von seinen Beschwerden zu befreien. Meist handelt es sich um Verschiebungen innerhalb der Gelenke, die mit einem Ruck und einem kräftigen Knacken im Gelenk behoben werden können. Bei der Mehrzahl der Patienten einer Praxis, die Physiotherapie anbietet, sind jedoch mehrere Behandlungszyklen notwendig, um Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln in die richtige Position zu bringen. Oft bekommen die Patienten den Auftrag mit nach Hause, bestimmte Bewegungen regelmäßig zu üben. Das Ziel ist, neben der Regulierung des Gelenkes, Sehnen zu dehnen und Muskeln zu kräftigen. Gerade verkürzte Sehnen können Gelenkbeschwerden vortäuschen. Da nutzt das einmalige Dehnen und Gelenkknacken nicht aus, um die Ursache der Schmerzen zu beseitigen. Nur durch ständiges Training der entsprechenden Weichteilstrukturen werden sich die Symptome bessern.

Weitere Behandlungsansätze neben der klassischen Physiotherapie

In der Regel schreibt der Orthopäde bei Bedarf ein Rezept für physiotherapeutische Behandlungen aus. Auf Rezept zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Großteil der anfallenden Kosten für die notwendige Physiotherapie. Es gibt jedoch auch Orthopäden, die selbst Hand anlegen und Gelenke mit einem hörbaren und für den Patienten spürbaren Knacken einrenken. Einige Orthopäden haben sich in Chiropraktik oder Osteopathie ausbilden lassen und bieten entsprechende Therapien an. Auch Heilpraktiker behandeln mit alternativen Methoden wie Osteopathie Gelenkstrukturen. Die Osteopathie wirkt jedoch nicht nur direkt an den behandelten Gelenken, den Knochen oder den Weichteilen. Über sanften Druck werden ganzheitliche Prozesse im Körper angeregt. So können sich mit einer fachkundig ausgeführten Osteopathiebehandlung auch organische Erkrankungen bessern.

Wirbelsäulentherapie nach Dorn

Nicht allen Patienten mit chronischen Gelenk- und Rückenschmerzen bringt die klassische Physiotherapie den erwünschten lindernden Effekt. Als alternative Therapie bietet sich die Dorn-Methode an, wie die „Wirbelsäulentherapie nach Dorn“ kurz bezeichnet wird. Der Behandlungsansatz wurde in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Dieter Dorn entwickelt. Dieter Dorn hat sich bei einem „Knochenbrecher“ im süddeutschen Raum ausbilden lassen und die Therapie so verfeinert, das nicht mit einem groben Ruck wie in der Chiropraktik, sondern mit sanftem Druck die Gelenke eingerichtet werden. Rückenbeschwerden, eine schmerzende Wirbelsäule, Arthrose in den Gelenken, ein schiefer Hals, Kiefergelenksprobleme und viele andere orthopädische Krankheitsbilder können mit der Dorn-Methode auf eine sanfte Art und Weise behoben werden. Darüber hinaus ist es möglich, eine durch die Wirbelsäule bedingte Migräne, funktionelle Störungen der inneren Organe oder Ohrgeräusche (Tinnitus) zu bessern. Auch bei der Dorn-Methode sind bei chronischen Beschwerden mehrere Behandlungen notwendig. Bei akuten Rücken- und Gelenkproblemen kann es jedoch sein, dass bereits nach der ersten Therapiesitzung eine Besserung eintritt. Der Grund: Die Dorn-Methode legt Wert darauf, die Gelenke im Körper in ihre ursprüngliche Lage zu bringen. Dabei wird nicht nur ein Gelenk eingerichtet. Bei Rückenbeschwerden wird am Sprunggelenk mit dem Einrichten begonnen und über das Knie- und Hüftgelenk fortgesetzt. Danach werden das Kreuzbein und die Wirbelgelenke behandelt. Dieser ganzheitliche Ansatz ist nach Dieter Dorn unbedingt notwendig, weil sich beispielsweise Probleme im Kniegelenk als Nackenschmerzen äußern können.

 

 

Bildquelle: Wavebreak Media Ltd/Bigstock.com

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