Was ist eine Skoliose?

Skoliose

Richard III. (*1452 – †1485), der berühmt-berüchtigte englische König, litt unter Skoliose. Im Frühjahr 2013 wurde das Skelett dieses Monarchen, den Shakespeare in seinem Theaterstück „Richard III.“ (1597) als skrupellosen Machtmenschen verewigte, unter einem Parkplatz in Leicester (Großbritannien) gefunden. Die Mediziner stellten fest, dass seine rechte Schulter deutlich höher stand als seine linke, typische Anzeichen für diese Erkrankung. Der König stand und ging also sehr schief. Zeitgenössische Porträts zeigen den König allerdings ohne dieses Gebrechen. Die Behandlungsmethoden waren im 15. Jahrhundert übrigens ziemlich brutal: Der Patient wurde auf eine Streckbank gebunden und seine Wirbelsäule in die Länge gezogen. Eine damals auch übliche Foltermethode.

Was ist eine Skoliose?

Eine Skoliose (altgr.: „skolios“ = krumm) ist eine Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäure, die bereits in der Antike vom griechischen Arzt Hippokrates (*460 – †370 ) beschrieben und behandelt wurde.

Bis heute sind die Ursachen nicht wirklich bekannt: 90 Prozent der Erkrankungen gelten als idiopathisch (altgr.: „idios“ = eigen + „pathos“ = Leiden), also als unbekannt. Nicht immer ist eine leichte Fehlbildung der Wirbelsäule sofort erkennbar und verursacht Beschwerden. Die schweren Erscheinungsformen jedoch sind auch für den Laien sofort erkennbar, wie bei Richard III. Die verbleibenden 10 Prozent verteilen sich auf unterschiedliche Ursachen wie angeborene Fehlbildungen oder neurologische Erkrankungen. Frauen sind deutlich häufiger von dieser chronischen Fehlstellung der Wirbelsäule betroffen als Männer, etwa im Verhältnis 4 zu 1. 

Wie wird sie diagnostiziert?

Typische Erkennungszeichen bei einer ausgeprägten Erscheinungsform sind unterschiedliche Schulterhöhen, ein schief stehendes Becken, ein herausragendes Schulterblatt oder der sogenannte Rippenbuckel.

Die idiopathische Form zeigt und entwickelt sich zumeist in der Kinder- und Jugendzeit. Auch wenn es sich nur um eine leichte Erscheinungsform handeln sollte, ist eine kontinuierliche ärztliche Behandlung und Begleitung unumgänglich.
Das Typische an dieser Erkrankung ist, dass in der Anfangsphase kaum Beschwerden auftauchen. Später kann sie von starken Rückenschmerzen begleitet werden, auch Beschwerden durch den Ischisanerv kommen vor.

Wie sieht die Therapie aus?

Bei Erwachsenen ist meist keinerlei Therapie notwendig. Zudem ist bei ausgewachsenen Menschen eine wirkliche Beeinflussung der Wirbelsäulenfehlbildung nicht mehr möglich. Etwaige Beschwerden durch Reizungen des Ischisanervs werden konservativ behandelt.

Bei Kinder und Jugendlichen genügen in leichten Fällen krankengymnastische Übungen, die die Rückenmuskulatur stärken und so die Wirbelsäule entlasten. Ist die Fehlstellung ausgeprägter, so kann ein Korsett helfen, das allerdings möglichst den ganzen Tag getragen werden muss. Für Kinder und Teenager eine psychisch sehr belastende Situation. In sehr schweren Fällen führen Ärzte eine operative Korrektur und ggf. Versteifung der Wirbelsäule durch.

Ein Kommentar

  1. […] auch oft während der Nachtruhe in Schmerzzuständen. Nicht zu letzt das Phänomen der sogenannten Skoliose, also einer besonders während einer starker Wachstumsphase enstehenden Wirbelsäulenkrümmung, ist […]

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