Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew

Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Genlenke und Wirbelsäule, welche versteifen und nur unter Schmerzen zu bewegen sind. Zwar treten auch verstärkt Entzündungen im Lendenbereich auf, allerdings ist der Ischiasnerv davon zumeist unbenommen.

Die Ursachen von Morbus Bechterew sind bisher noch nicht eindeutig bekannt. Allerdings gibt es ein bestimmtes genetisches Gewebemerkmal, HLA-B27, welches sich bei nahezu allen von der Krankheit betroffenen Personen im Blut nachweisen lässt, wohingegen es bei der nicht betroffenen Bevölkerungsgruppe kaum, jedoch immerhin noch zu ungefähr acht Prozent, vorkommt. Dieses genetische Merkmal ist verantwortlich für eine Fehlfunktion des Immunsystems, welches eine Überfunktion aufweist, die Entzündungen der Gelenke zur Folge hat.

Die Diagnose hängt in erster Linie von den Symptomen ab, welche der Patient dem Arzt beschreibt. Im Zuge der Untersuchung treten oft Klopfschmerzen am Übergang von der Wirbelsäule zum Becken auf. Hier sollte untersucht werden, ob die Schmerzen von den Gelenken oder dem Ischiasnerv ausgehen. Weiterhin ist im Schober-Test eine Einschränkung der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule festzustellen.

Um Veränderungen und den Fortschritt des Krankheitsverlaufs darzustellen, eignen sich besonders die Magnetresonanz-Tomographie und auch die Computertomographie. Unter Nutzung dieser Verfahren ist in etwa 85 Prozent aller Fälle bereits eine frühe Diagnose möglich. Als besonders zuverlässig hervorzuheben ist dabei die Magnetresonanz-Tomographie des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks oder auch Iliosakralgelenks, an welchem sich im Falle einer Erkrankung eine Entzündung des Gelenks, Knochenspangen oder eine Verknöcherung der Bänder im Bereich der Wirbelkörper zeigen.

Um die Krankheit zu behandeln, gibt es verschiedene Ansätze, beginnend mit Krankengymnastik. Durch regelmäßige Übungen können die Schmerzen gelindert und die Wirbelsäule beweglich gehalten werden. Ebenso können Thermoanwendungen bei den auftretenden Beschwerden Erleichterung verschaffen.

Weiterhin werden vom Arzt zur Behandlung der Krankheit auch verschiedene Medikamente verschrieben. Vorrangig Schmerzmittel, jedoch werden auch entzündungshemmende Mittel verwendet. In akuten Fällen kommen auch kortisonhaltige Mittel zum Einsatz, um das Immunsystem zu schwächen und dadurch die Entzündungen zu verringern.

Gesetzt den Fall, dass die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, kann der Arzt auch eine Behandlung mit Radioaktivität in Betracht ziehen. So kann etwa ein kurmäßiger Aufenthalt in einem Radon-Stollen oder eine Injektion mit radioaktiven Isotopen eingesetzt werden.

Und schließlich kann auch eine Operation durchgeführt werden, um die Erkrankung zu behandeln. Falls die Krankheit bereits sehr weit fortgeschritten ist, kann ein Gelenkersatz oder eine Aufrichtung der versteiften Wirbelsäule hilfreich sein. Für letzteres werden unter Umständen einzelne Knochenstücke entnommen, oder ein Schrauben-Stab-System wird in die Wirbelsäule eingesetzt, um diese besser zu stabilisieren.

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