Welche Rückenprogramme bieten Krankenkassen an?

Rückenprogramme der Krankenkassen
Langes Sitzen, wenig Bewegung und Übergewicht können den Rücken arg in Mitleidenschaft ziehen und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen verursachen. Rückenbeschwerden können außerdem durch das falsche Heben und Tragen von Lasten hervorgerufen werden. Rückenleiden stehen auf der Liste der Gründe für krankheitsbedingte Ausfälle im Berufsleben ganz oben. Grund genug für Arbeitgeber und Krankenkassen, diesem kostenintensiven Phänomen mit Präventionsprogrammen zu begegnen. Zahlreiche Betriebsvereinbarungen zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ beinhalten mittlerweile ein Angebot zur Rückenschule. In verschiedener Form unterstützen auch die gesetzlichen Krankenkassen Maßnahmen wie Rückenkurse.

Angebote der Krankenkassen

Die BARMER GEK Krankenkasse erstattet bis zu zwei Maßnahmen pro Jahr 100 Prozent bis maximal 75 Euro pro Kurs. Ein Hinweis auf Rückenkurse in der Wohnortnähe wird auf Anfrage mitgeteilt. Alternativ kann auch mit der BARMER GEK-Gesundheitskurssuche online ein passender Rückenkurs ausgesucht werden. Der ausgewählte Dienstleister stellt nach der Kursbeendigung eine Teilnahmebestätigung sowie eine Rechnung aus. Diese kann bei der zuständigen Geschäftsstelle der BARMER GEK zwecks Kostenübernahme eingereicht werden. Eine vorherige Genehmigung ist dabei nicht erforderlich.

Über eine Kursdatenbank können bei der Deutschen BKK Rückenkurse in Erfahrung gebracht werden. Diese werden nach der Kursbeendigung von der Deutschen BKK bei einer nachgewiesenen mindestens 80-prozentigen Kursanwesenheit zu 95 Prozent bis maximal 75 Euro erstattet. Die Kostenübernahme für die Kursteilnahme von Kindern beträgt bis zu 200 Euro. Die gleiche Kursmaßnahme wird durch die Krankenkasse nur einmal pro Jahr bezuschusst.

Wirbelsäulengymnastik und Rückenschule werden von der BKK Mobil Oil gegen Rechnungsvorlage zu 100 Prozent mit bis zu 200 Euro pro Jahr bei einer nachgewiesenen 80-prozentigen Kursteilnahme bezuschusst. Dies gilt für maximal zwei zertifizierte Kurse pro Kalenderjahr.

Die Knappschaft Krankenkasse bietet eine Unterstützung zur Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik durch die 100-prozentige Bezuschussung von maximal zwei Kursen pro Jahr mit jeweils 80 Euro an. Zu den zertifizierten Kursen externer Anbieter zählen auch Bewegungskurse von Sportvereinen, die den Kriterien des Leitfadens Prävention der Knappschaft entsprechen. Dies wird durch das Gütesiegel „Sport pro Gesundheit“ verdeutlicht.

Spezielle Trainings zur Stärkung der Rückenmuskulatur und verschiedene Rückenkurse werden von der DAK Gesundheit einmal jährlich zu 80 Prozent mit bis zu 75 Euro bezuschusst. Voraussetzung dafür ist die mindestens 80-prozentige Wahrnehmung der Kurstermine.

Das SBK-Programm „RückenWind“ umfasst ein kostenloses ganzheitliches Programm rund um das Thema Rücken. Dabei werden nach einem online durchgeführten RückenWind-Test die Rückenprobleme mit den Betroffenen und einem erfahrenen Physiotherapeuten vor Ort besprochen. Danach erfolgen spezielle Verhaltensanweisungen und gezielte Übungshinweise zur Verbesserung der Rückenprobleme.

Die Techniker-Krankenkasse (TK) bietet unterschiedliche Rückenprogramme an:

 

  • Rückenschule
  • Pilates
  • Wirbelsäulengymnastik
  • „Rücken plus“ (mit integriertem Gerätetraining)
  • „Rücken basic“ (Allroundtraining für den Rücken)

Innerhalb eines Kalenderjahres können zwei anerkannte Kurse zu 80 Prozent und einer maximalen Erstattungshöhe von 75 Euro pro Kurs bezuschusst werden. Bei den ausgewiesenen TK-Premiumkursen können jeweils bis zu 120 Euro gegen Rechnung erstattet werden. Voraussetzung ist der Nachweis einer mindestens 80-prozentigen Kursteilnahme.

Die KKH-Allianz übernimmt bis zu zweimal jährlich 90 Prozent der Kurskosten, höchstens jedoch 80 Euro pro Kurs. Bei Kindern und Jugendlichen werden zweimal pro Jahr 100 Prozent der Kosten bis maximal 80 Euro erstattet. Für die Gewährung der Bezuschussung ist eine mindestens 80-prozentige Kursteilnahme erforderlich.

Die Kosten für die Präventionskurse Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik werden durch die HEK zu 100 Prozent in Höhe von maximal 200 Euro und höchstens zwei Kursteilnahmen übernommen. Eine mindestens 80-prozentige Kursteilnahme ist dabei Voraussetzung.

Die BKK Novitas bietet einen speziellen Test und nachfolgend online eine Rückenschule an. Die Laufzeit des Programms beträgt dabei drei Monate. Für einen zukünftig rückengerechten Alltag werden nützliche Tipps erteilt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Teilnahme an Rückenkursen anderer Anbieter werden jährlich maximal bis zu 300 Euro erstattet.

Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik stärken vor allem die Muskulatur

Langes Sitzen am Arbeitsplatz kann zu Fehlhaltungen, Muskelverspannungen und schmerzhaften Bandscheibenproblemen führen. Dies gilt vor allem für Bildschirmarbeitsplätze. Bereits kurze Unterbrechungen mit gezielten Bewegungen können hierbei für Linderung und Vorbeugung sorgen. Mangelnde Bewegung im Alltag lässt die Muskulatur erschlaffen. Durch eine kräftige Rückenmuskulatur wird die richtige Sitzhaltung und Beschwerdefreiheit gefördert. Durch Ratschläge im Rahmen einer Rückenschule wird auch vermittelt, wie der Bürostuhl passend zur persönlichen Situation eingestellt werden sollte oder wie schwere Lasten zu heben und zu transportieren sind. Vor jeder sportlichen Betätigung muss ein Aufwärmtraining erfolgen. Ein Rückenkurs fördert das Bewusstsein auf einen besseren Bewegungsablauf zur Vermeidung von Rückenbeschwerden. Regelmäßiges gezieltes Training fördert die Beweglichkeit und bildet eine kräftigere Rücken- und Bauchmuskulatur zum Entlastungsschutz für Bandscheiben und Wirbel. Einfache alltagstaugliche Übungen können in der Folge nach einem Rückenkurs auch zu Hause oder bei Arbeitspausen praktiziert werden.

Ein Rückenkurs dient der Vorbeugung und der Linderung bestehender Beschwerden

Vor allem Risikogruppen sollten die Möglichkeiten sinnvoller Ratschläge und hilfreicher Trainingsübungen nutzen. Dazu zählen Berufstätige mit einer Tätigkeit im Sitzen, Übergewichtige, Senioren und Personen, die ständig schwere Lasten heben und befördern müssen. Ein rückengerechterer Bewegungsablauf und eine Kräftigung der Muskulatur sollen Rückenbeschwerden verhindern. Ein moderates, vorsichtiges Training der Rückenmuskulatur und in jedem Fall die Hinweise zum richtigen Sitzen und sachgerechtem Tragen schwerer Lasten sind auch bei vorhandenen Rückenproblemen sinnvoll. Dabei ist naturgemäß die Schmerzgrenze zu beachten. Im Alltag bieten sich leichte gymnastische Übungen zum Tagesbeginn und bei dauerhaften Belastungen in Pausen an. Je nach Geräteausstattung und Raumangebot für gymnastische Übungen ist ein Training der Rückenmuskulatur auch in Fitnessstudien möglich. Eine gezielte Anleitung und Verhaltensratschläge durch einen versierten Übungsleiter innerhalb einer Gruppe sind im Regelfall jedoch effizienter. Diese Methode gewährleistet auch eine höhere Teilnehmermotivation.

Bildquelle: bigstock ID 88928840 by undrey 

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