Wie beantrage ich einen REHA-Aufenthalt?

REHA

Kann man bereits eine REHA beantragen, wenn der Ischiasnerv zwickt? – Nein, etwas schwerwiegender müssen die Symptome schon sein, wenn der Rententräger oder die Krankenkasse eine Rehabilitation bewilligen sollen. Chronisch muss der Schmerz sein, aber ohne Operation noch wirkungsvoll verbesserbar. Wichtig ist es allerdings auch, dass alle ambulanten Anwendungen bereits ausgeschöpft wurden: Dass man also beim Orthopäden war, Krankengymnastik gemacht hat, eventuell schon eine Schmerztherapie hinter sich hat, zum Beispiel mit Akkupunktur. Die Idee hinter einer REHA-Maßnahme ist es natürlich, die Arbeitskraft wieder herzustellen. Insofern gelingt es berufstätigen Angestellten oder Selbstständigen eher, einen stationären Aufenthalt bewilligt zu bekommen.

Den Antrag stellt man beim Rententräger. Dort kann man sich die Formulare herunter laden. Mit dem Arzt gemeinsam füllt man den Antrag aus. Die Krankenkasse muss eine Zuzahlung bestätigen. Man hat auch die Möglichkeit, einen Wunsch zu äußern, was den Badeort betrifft. Gerade wenn der Rücken oder der Ischiasnerv betroffen sind, empfiehlt sich ein Heilbad mit warmen Quellen wie beispielsweise Bad Füssing. Man reicht den Antrag ein und wartet. Oftmals wird der Antrag zunächst abgelehnt. Dann muss man es einfach noch einmal versuchen. Beim zweiten Anlauf gelingt es meistens. Eine REHA steht dem Arbeitnehmer theoretisch alle vier Jahre zu. Die Dauer der Kur beträgt zwischen drei und vier Wochen. Man leistet eine Zuzahlung pro Tag (momentan 10 €), die erlassen wird, wenn man das finanziell nicht leisten kann.

Wunderbar an einer REHA ist es, dass man von morgens bis abends umsorgt wird und sich um nichts kümmern muss. Oft hat man aber ein straffes Programm zur Körperertüchtigung. Die Essenszeiten liegen verhältnismäßig früh, ab 18 Uhr ist bereits der Tagesplan erledigt. Auch in Kurorten kann man sich nun dem „Nachtleben“ widmen, zumindest bis 22 Uhr, sollte man noch Kraft dazu haben nach all den Anwendungen. Wie heißt es noch so schön? Morgens Fango, abends Tango!

Tatsächlich in so ein Aufenthalt in einer guten Klinik erstaunlich wirkungsvoll. Die Muskeln werden wieder gestärkt und helfen dem Rücken, sich aufrecht zu halten. Durch den vielen Schlaf erholt man sich wirklich und kommt so auch nervlich gestärkt zurück ins Berufsleben. Anschließend kann man für ein halbes Jahr noch eine Nachsorge beantragen. Das heißt IRENA und ist in den meisten größeren Orten zu finden. Viele Patienten nehmen sich vor, nach einem Kuraufenthalt weiterhin Sport und Gymnastik zu treiben, sich gesund zu ernähren und das Gewicht zu halten. Denn diese präventiven Maßnahmen helfen tatsächlich, die Schmerzen zu bekämpfen und das Allgemeinbefinden zu optimieren. Eine Operation sollte immer die letzte aller Möglichkeiten sein, den Schmerz in den Griff zu bekommen.

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